1. Welche Heilungschancen stecken in der Öl-Eiweiß-Kost?
Diese Frage bewegt natürlich jeden Krebskranken, sobald er mit dem Thema: "Dr. Budwig und die Öl-Eiweiß-Kost" in Berührung kommt. Wie reagiert man in dieser Situation, wenn man mit der auf der Startseite dieser Homepage erwähnten Heilungsquote von 90% konfrontiert wird? Welche realen Chancen bietet dieser schon Ende der 40er Jahren entwickelte Weg zur Lösung des Krebsproblems heute, gründend in der wissenschaftlichen Beschäftigung einer einzelnen Frau mit dem Thema: "Fette"?
Der auf dieser Homepage vorgestellte Ansatz Dr. Budwigs ruft in den Menschen die unterschiedlichsten Reaktionen hervor. Diese bewegen sich in etwa zwischen den beiden Polen:
- "Das ist doch eine unverantwortliche Scharlatanerie im Umgang mit Menschenleben."
und
- "Jetzt bin ich gerettet. 90% Heilungsquote bei medizinisch aufgegebenen Patienten kann bei mir nur 100%-ige Heilung bedeuten."
Betrachtet man einmal die Situation von einem rationalen und unvoreingenommenen Standpunkt aus, so lässt sich folgendes feststellen:
Bei Dr. Budwig handelte es sich um eine tief gläubige Frau, welche sich der von finanziellen Interessen unabhängigen, freien Forschung und Wissenschaft verpflichtet fühlte. Natürlich musste auch sie ihren Lebensunterhalt und die finanziellen Mittel für ihre Forschertätigkeit über ihre Arbeit erwirtschaften, also Geld verdienen, doch ihre eigentliche Antriebsfeder war, den Krebskranken aus ihrer körperlichen und seelischen Krise heraus zu helfen. Auch wenn es keine - heute so gerne geforderten - klinischen Studien und Statistiken zu den Erfolgen ihrer Arbeit gibt, so bestehen wohl kaum Gründe, an der von ihr genannten Erfolgsquote von ca. 90% zu zweifeln. Das gilt im besonderen Maße für Menschen, welche die Gelegenheit hatten, zumindest einige der heute nicht mehr erhältlichen Werke der Wissenschaftlerin zu studieren und Dr. Budwigs gewissenhafte Herangehensweise dabei näher kennen zu lernen.
Wer ihre Aussage dennoch anzweifelt und vielleicht ihre ganze Arbeit für Scharlatanerie hält, dem sei auch dies' natürlich nicht verwehrt. Für besonders weise halte ich diese voreingenommene Haltung jedoch nicht. Es lässt sich auch feststellen, dass diese Einschätzung fast ausschließlich von Menschen geäußert wird, welche sich gar nicht wirklich mit der Sache beschäftigt haben. Ich lasse eine Auseinandersetzung mit der hierbei zu Grunde liegenden Haltung einmal beiseite, da es hier nicht darum geht, Meinungen gegen Meinungen auszutauschen, sondern sich offen und nach persönlichen Antworten suchend einem Problem zu nähern.
Auch die 2. extreme Sichtweise auf die Erfolgsquote der Öl-Eiweiß-Kost - nämlich die Vermutung: 'Da kann eigentlich nichts schief gehen.' - gründet nicht gerade auf einer realistischen Einschätzung der aktuellen Situation.
Gehen wir einmal davon aus, dass die Erfolgsquote von Dr. Budwig bei etwa 90 % lag, wie sie 1967 in einem Radiointerview sagte.
Dr. Budwig hat es leider versäumt, Interessenten an ihrer Arbeit gründlich auszubilden und so bei Zeiten für eine vergleichbare Nachfolge zu sorgen. Es bleibt uns heute also nur das gründliche Studium der von ihr veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeiten.
Aus den folgenden Gründen lässt sich die von ihr genannte Erfolgsquote nicht einfach auf die Situation der heutigen Anwender ihres Ansatzes übertragen:
- Dr. Budwig hat die Basisanweisungen zur Durchführung der Öl-Eiweiß-Kost immer schon von der ersten Sitzung an mit einer auf den jeweiligen Patient ausgerichteten Feinanpassung versehen. Sie hatte einen grundlegenden Kostfahrplan für die Kranken mit einem exemplarischen Tagesablauf als Vordruck erstellt (vgl. Tagesplan). Dieser Vordruck war für sie lediglich die Ausgangsbasis für ihre individuellen Feinabstimmungen. So konnte es sein, dass sie sowohl für die Säfte ganz bestimmte Gemüse (vormittags) und Obstsorten (nachmittags) vorschrieb oder andere wiederum ausklammerte. Angepasst wurde bei Bedarf auch das im Müsli zu verwendende Obst, besonders empfohlene Rohkost oder auch zu bevorzugende Gemüsesorten. Heute folgt man aus Mangel an individueller Anpassung eben der "großen Linie".
Beispielsweise hat es sich so eingebürgert, dass man vormittags eben Karottensaft trinkt, der auch in anderen Krebstherapien eine große Rolle spielt. Auf ihren Vordrucken sah das aber z. B. wie folgt aus:

Dieses ganze 'Feintuning', welches sie sehr individuell vornahm, fällt also bei den heutigen Nutzern der Kost weg. Das erschüttert sicher nicht die tragenden Säulen auf denen Budwigs Ansatz ruht, spielt aber vermutlich eine gewisse Rolle.
Dazu addiert sich die Tatsache, dass ihre Patienten von ihr Formulare mit nach hause bekamen, in welche sie ganz penibel eintragen sollten, was sie an jedem Tag und zu den verschiedenen Tageszeiten gegessen und getrunken hatten. Diese Protokolle und ein Bericht über das persönliche Befinden des Patienten, dienten nach Ablauf von 4 Wochen bei einem weiteren Treffen (manchmal auch einem Telefonat) als Grundlage für weitere Anpassungen der Kostvorschriften (falls erforderlich).
- Dr. Budwig war eine ausgesprochen resolute Frau, welche keinen Widerspruch duldete und genau wusste, was sie wollte und was zum Erreichen eines therapeutischen Erfolges notwendig war. Man hatte sich, wollte man sich von ihr durch die Erkrankung hindurchführen lassen, ganz genau nach ihren Anweisungen zu richten. Sie beschreibt das sehr schön in dem Buch "Krebs - Das Problem und die Lösung" im Rahmen eines Interviews mit Lothar Hirneise. Dies' bezieht sich sowohl auf die Befolgung ihrer Anweisungen bezüglich der Kost, als auch auf eine vor einer Zusammenarbeit zu fällende Entscheidung gegen Chemotherapie und Bestrahlung. Diese beiden Komponenten des schulmedizinischen Angebotes in der Krebstherapie wirken in die exakt entgegengesetzte Richtung ihres eigener Ansatzes. Ein Fahren mit gleichzeitiger Betätigung des Gas- und des Bremspedals kam für sie aus verständlichen Gründen nicht in Frage. Aus den gleichen Gründen hatte sie auch schon in den 50er Jahren die angebotene Zusammenarbeit mit der Schulmedizin abgelehnt. Faule Kompromisse ging sie da nicht ein, zumal sie zu tiefst überzeugt war, die Erfolgschancen ihres Ansatzes dadurch zu schmälern. Des weiteren war klar, dass man von offizieller Seite her eine erhöhte Erfolgsquote immer der Chemotherapie oder Bestrahlung zugeschrieben hätte.
Dieses konsequente Verhalten und eine definitive Entscheidung der Betroffenen, wie sie von ihr immer eingefordert wurde, fehlt heute in vielen Fällen. Manche Betroffenen entscheiden sich auch ohne Dr. Budwigs aktive Begleitung für den von ihr vorgegebenen Weg, Andere versuchen in einem Balanceakt beide Ansätze (konservativ und ÖEK) miteinander zu kombinieren. Das ist für das angestrebte Ergebnis der Remission oder gar Gesundung sicher nicht besonders vorteilhaft (weshalb es von ihr ja rigoros abgelehnt wurde). Angesichts der Ängste, einen solchen abweichenden Weg auf eigene Faust zu gehen, ist das aber durchaus verständlich. In jedem Fall senkt es vermutlich die glänzenden Erfolgsaussichten (90%) um ein weiteres Stück.
weiter zu Teil 2
© Michael Bierschenk - www.oel-eiweiss-kost.de 11/2007