"Mein PSA-Wert stieg innerhalb eines Jahres von 2,6 auf 5,5. Dann erfuhr ich von der Budwig Plan, stellte mein Leben diesbezüglich um und nach 6 Monaten war der PSA auf 3,6."
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PRAXIS der ÖEK
Säfte - Seite 1 - Seite 2 - Seite 3
Frisch gepresste oder auch mit schonenden Verfahren haltbar gemachte Direktsäfte stellen eine wichtige Säule in den unterschiedlichen, auf Ernährung basierenden Strategien gegen eine Krebserkrankung dar. Die Begriffe „Muttersaft“ und „Direktsaft“ werden sehr häufig verwechselt und sollen deshalb hier kurz erklärt werden:
Als Direktsaft wird ganz allgemein ein Saft bezeichnet, der zu 100 % aus Fruchtsaft und Fruchtfleische der eigentlichen Frucht besteht und welcher nicht erst konzentriert und später wieder mit Wasser gestreckt wird. Der Name soll andeuten, dass der Saft direkt nach dem Pressen abgefüllt wird. Der Gesetzgeber erlaubt aber selbst bei diesen Säften einen Zusatz von bis zu 15 g Zucker oder 3 g Zitronensaft pro Liter.
Wie die anderen, niedriger einzustufenden Saftqualitäten (Fruchtnektar, Fruchtsaftgetränk) wird auch der Direktsaft in aller Regel durch unterschiedliche Pasteurisationsverfahren (Erhitzung) haltbar gemacht und kann dann 12 – 18 Monate ungekühlt gelagert werden. Dass dabei nicht nur alle enthaltenen Keime, sondern auch alle enthaltenen Enzyme zerstört werden, liegt auf der Hand. Von den Herstellern wird dieses Verfahren natürlich als sehr schonend und Qualität erhaltend bezeichnet. Es stimmt auch, dass viele Vitamine dieses Verfahren überleben, weshalb hierauf in der Werbung auch viel Gewicht gelegt wird.
Nun ist es so, dass man zwar keine Abstufung zwischen der Bedeutung einzelner Nahrungsbestandteile für die optimale Funktion unseres Organismus vornehmen kann, dass man aber die große Bedeutung, die den Enzymen für fast alle Funktionen des Körpers zukommt, nicht unter den Tisch fallen lassen darf. Enzyme steuern quasi alle lebenswichtigen Vorgänge im Organismus und werden zum Teil von diesem selber hergestellt. Andere müssen von außen über die Nahrung zugeführt werden. Diese werden leider bei der Pasteurisation zerstört, weil sie Temperaturen von wenig mehr als 40 °C nicht überleben können. Dieser Zusammenhang ist übrigend einer der wesentlichen Argumente der Rohkostanhänger für ihre Ernährungsform und es spricht daher vieles dafür, den 'rohen' Anteil der Lebensmittel bei seiner persönlichen Ernährung sehr groß zu halten.
Das sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, wenn Sie sich mit der Frage beschäftigen, ob Sie sich den „zeitlichen Luxus“ leisten können (oder sollten), sich Ihre Säfte selber frisch zu pressen oder lieber auf fertige Säfte aus Bioladen oder Reformhaus zurückgreifen wollen. Die Säfte im Handel sind alle pasteurisiert und dem zufolge nahezu enzymfrei. Aus diesem Grund sind selber gepresste Säfte offensichtlich die beste Wahl. Man sollte sie direkt nach dem Pressen trinken oder anders ausgedrückt: erst direkt vor dem Trinkzeitpunkt (Tagesplan) pressen. Enzyme sind sehr labile Gebilde, die nicht nur dem „Hitzetod“ durch eine Paseurisation zum Opfer fallen können, sondern auch durch den Einfluss von Licht und Sauerstoff zerstört werden. Sie sind also ähnlich empfindlich, wie die hochungesättigten Fettsäuren des Leinöls. Im Gegensatz zu den zerstörten Fettsäuren des Leinöls machen sich zerstörte Enzyme aber leider nicht durch unangenehmen Geschmack schon auf der Zunge bemerkbar.
Ich bin kein Lebensmittelchemiker und kenne auch keine genauen Verfallszeiten von Enzymen nach einer frischen Saftpressung. Mein laienhafter Verstand lässt mich aber vermuten, dass in einem frisch gepressten, sofort luftdicht in Flaschen gefüllten (bis zum Schraubdeckel) und im kühlen und dunklen Kühlschrank gelagerten Saft nach 12 - 24 Stunden noch ein relativ großer Anteil der wichtigen Enzyme vorhanden ist. In jedem Fall ist aber ein größerer Anteil zu erwarten, als in einem - durch die Pasteurisation - quasi enzymlosen Saft. Wenn Sie also, beispielsweise durch Ihre Berufstätigkeit bedingt, keine Möglichkeit haben am Vormittag oder Nachmittag zu den entsprechenden Zeiten frischen Saft zu pressen, dann scheint es mir noch immer die bessere Lösung zu sein, den Saft am Morgen vor der Arbeit oder bereits am Vorabend zu pressen, als auf pasteurisierten Saft zurückzugreifen.
Die Bezeichnung Muttersaft wird häufig für Direktsäfte verwendet, was aber nicht so ganz korrekt ist. Eigentlich ist die Bezeichnung Muttersaft® eine geschützte Marke der Firma Karl-Hendrik Frick e.K, welche noch heute 2 verschiedene Säfte nach den Herstellungsanweisungen von Dr. Budwig produziert (Fermentgold und Muskateller-Kirsch). Diese Herstellungsanweisungen bewirken, dass die Säfte auf eine besonders schonende, auf Dr. Budwigs Forschungen beruhende, Art und Weise durch Beeinflussung des elektrischen Potentials konserviert werden. Das Ergebnis davon ist, dass trotz Konservierung des Saftes ein wichtiger Teil des Enzymgehaltes im Saft erhalten bleibt. Darauf soll auch die Bezeichnung "Fermentgold" hinweisen. "Ferment" ist lediglich ein älterer Ausdruck für das heute in aller Regel benutzte Wort "Enzym". Mir ist es sehr sympathisch, dass die Firma Frick nun nicht in den heute allgemein üblichen Abmahnwahnsinn verfällt und Land auf, Land ab gegen die Nutzung ihres Produktnamens „Muttersaft“ klagt. Das hat auf der anderen Seite zur Folge, dass man sich nicht an die Bezeichnung Muttersaft halten kann, wenn man einen Saft erhalten möchte, der nach Dr. Budwigs Anweisungen produziert wird. Da es sich hier aber lediglich um die beiden Säfte „Fermentgold“ und „Muskateller-Kirsch“ handelt, braucht man sich auch nur diese beiden Namen im Zusammenhang mit der Bezeichnung Muttersaft zu merken.
Für alle Säfte gilt aber in jedem Fall: Die beste Qualität erhalten Sie, wenn Sie die Säfte vor dem Trinken selber direkt pressen. Das gilt natürlich sowohl für Gemüse-, als auch für Obstsäfte. Die gekauften Fertigsäfte können in der Einstiegsphase in die Kost, also während der Überleitungstage und der Anfangszeit, in der man sich erst so langsam mit allem Zubehör (zu dem als wichtiger Bestandteil eine Saftpresse gehört) eindeckt. Urlaube sind typische Zeiten, in denen man gerne auf die fertigen Säfte zurückgreift und auch die bereits erwähnte Situation der Berufstätigkeit könnte ein Grund dafür sein auf gekaufte Säfte zurückzugreifen.
Auch wenn Sauerkraut und Sauerkrautsaft sehr wertvolle und gesunde Inhaltsstoffe enthalten, ist der primäre Grund für die Aufnahme dieses Saftes in das feste Kostgerüst der Krankenkost wohl die darin enthaltene Milchsäure. Eine Funktion dieser Milchsäure ist, dass sie bei der Verdauung und Verwertung der Fette im Organismus unterstützend eingreift:
Sauerkrautsaft erleichtert auf Grund des hohen Gehaltes an Milchsäure die Fett-Permeation in Gebieten, wo sich vorher Stauungen im Fettstoffwechsel ergeben haben.
Tod des Tumors Bd.II, S. 143
Diesem Aspekt kommt natürlich gerade in der ÖEK eine wichtige Bedeutung zu, stehen doch die Fettsäuren im Zentrum dieses Ansatzes.
Eine gestörte Funktion der Verwertung dieser Fette würde folglich auch die positive Wirkung der Kost in Frage stellen oder zumindest verringern. Noch in den 70er Jahren empfahl Dr. Budwig während der Überleitungstage, also zur Umstellung und Unterstützung des Organismus bei der Verwertung der Fette, auf den Tag verteilt sogar eine ganze Flasche Sauerkrautsaft zu trinken.
An dieser Stelle sei auch noch einmal darauf hingewiesen, dass zusätzlich zum morgendlichen Sauerkrautsaft der Genuss milchsauer eingelegter Gemüsesorten (Sauerkraut, Gurken usw.) sehr empfehlenswert ist.
Die Bedeutung des Sauerkrautsaftes lässt sich auch noch aus einem anderen Blickwinkel unterstereichen. In den letzten Jahren wurden auch vom offiziellen Wissenschaftsbetrieb die Pflanzengruppe der Kreuzblüter, zu denen auch der Weißkohl als „Ausgangsmaterial“ für den Sauerkrautsaft gehört, genauer unter die Lupe genommen.
Die lange Zeit geltende Begründung für die positive Wirkung von zusätzlich über die Nahrung aufgenommener rechtsdrehender Milchsäure bei Tumorerkrankungen scheint heute nicht mehr haltbar zu sein. Man ging dabei davon aus, dass Tumore sehr viel linksdrehende Milchsäure erzeugten, was sich aber als Fehlinterpretation von Warburgs Forschungen auf diesem Gebiet herausgestellt hat. Heute weiß man, dass auch Tumore rechtsdrehende Milchsäure erzeugen und die Razemisierung (Ausgleich) der beiden Milchsäureformen wohl eher nichts mit den positiven Wirkungen von Milchsäure, auch bei Tumorerkrankungen, zu tun hat.
Der morgendliche Sauerkrautsaft ist für Manche zunächst eine Tortur. Fangen Sie in diesem Fall mit einem kleinen Gläschen an und steigern die Menge dann von Tag zu Tag. Nach einiger Zeit werden Sie möglicherweise feststellen, dass Sie sich nicht nur gut an den Saft gewöhnt haben, sondern, dass Sie durchaus auch noch mehr als ein Glas davon trinken würden. Sie wären nicht der Erste, der diese wunderbare Wandlung seiner Geschmacksbeurteilung erlebt.
„Um eventuell vorhandene Zweifel an der Bedeutung der Milchsäure in der ÖEK zu zerstreuen, möchte ich gerne folgendes mitteilen:
Ich konnte an meinem Brusttumor keine bedeutende Änderung feststellen bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich sicherstellte, dass ich täglich Milchsäure in Form von Sauerkrautsaft oder auch Kombucha zu mir nahm. Diese Veränderung begann im Dezember 2006, als ich ein Abflachen und ein Einschrumpfen meines sichtbaren Tumors feststellte.
Seit Mai 2006 hatte ich mich gewissenhaft an die ÖEK gehalten, entsaftet, biologisch gegessen (das Meiste davon roh), fast täglich Sonne getankt, usw. Von Mai bis Dezember hat sich der Tumor nicht großartig verändert, aber im Dezember dann schon. Die einzige weitere Änderung zu diesem Zeitpunkt (außer dem Sauerkrautsaft) war die Einnahme eines homöopathischen Mittels, welches mir wegen der violetten Hautverfärbung um den Tumor herum verordnet wurde.“
Leserzuschrift
Manche Menschen haben mit der von Dr. Budwig vorgegebenen Uhrzeit von 7 Uhr so ihre Probleme. Falls Sie gewöhnlich eher Langschläfer sind, rate ich Ihnen, im Zuge Ihrer gesamten Umstellung verschiedenster, teilweise sicher sehr lieb gewordener, Lebensgewohnheiten, auch Ihren Schlaf-Wach-Rhythmus an den sicher gesünderen und den natürlichen Abläufen viel näheren „Frühaufsteher-Rhythmus“ anzupassen. Die meisten Menschen sind leider felsenfest davon überzeugt, dass sie quasi genetisch begründet entweder in die Gruppe der Frühaufsteher oder die der Nachteulen gehören und dass an dieser „festen Vorgabe“ nicht zu rütteln sei. Das ist definitiv nicht korrekt, denn hier handelt es sich um ein mit den Jahren gewohnheitsmäßig eingespieltes Muster, welches vom persönlichen Schlafbedarf (Dauer) und den Lebensgewohnheiten abhängt.
Wäre dem nicht so, dann müssten Sie Ihren Urlaub in einem fernen Reiseland vermutlich im Dunkeln verbringen und den Tag über schlafen. Der Rhythmus lässt sich also durchaus verschieben, wenn man seine Lebensgewohnheiten (und seine darauf bezogenen Gedanken) ändern kann.
Sollte sich diese Umstellung bei Ihnen aus irgendeinem Grund nicht realisieren lassen, so achten Sie darauf, den Sauerkrautsaft mindestens eine halbe Stunde (besser eine ganze Stunde) vor dem Müsli auf nüchternen Magen zu sich zu nehmen.
Abschließend zu diesem Thema sei noch einmal betont: Auch wenn der Sauerkrautsaft im Tagesplan lediglich in Form einer kurzen Zeile auftaucht und Dr. Budwig auch sonst dessen Bedeutung nicht ausführlich unterstrichen und erklärt hat, handelt es sich in der ÖEK bei diesem Saft um ein wesentliches Element in der Krankenkost welches Sie auf keinen Fall vernachlässigen sollten. Trinken Sie davon lieber ein Glas zu viel als eins zu wenig (z. B. ein zusätzliches Glas abends vor dem Schlafengehen)!
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© Michael Bierschenk - www.oel-eiweiss-kost.de 01/2011