Dieser Erfahrungsbericht entstammt einem Zeitungsartikel aus den Rosenheimer-Nachrichten vom 31.1.06. Er beschreibt den Fall eines Mannes mit der Diagnose: Oligodendrogliom Grad 3 :
Mehr als 60 Selbsthilfegruppen gibt es in der Region Rosenheim. Von Alkohlabhängigkeit bis Schlaganfall. Im neuen «Wegweiser zur Selbsthilfe» von Diakonie und Gmünder Ersatzkasse, der in Arztpraxen und anderen öffentlichen Einrichtungen aufliegt, fehlte bisher eine allgemeine Anlaufstelle für Krebspatienten. Das Stephanskirchner Ehepaar Treffurth will das jetzt ändern.
Initiatorin der Neugründung ist Lucia Treffurth. Als ihr Mann Michael Treffurth im Herbst 2003 an einem bösartigen Hirntumor erkrankte, erlebte sie, wie hilflos eine solche Diagnose macht: «Ich stand da wie vom Donner gerührt, alleine mit einer vierjährigen Tochter, ohne Arbeit und ohne Unterstützung.» Zum Einholen einer zweiten ärztlichen Meinung war wegen der Größe des Tumors keine Zeit. Die Prognosen waren niederschmetternd: Mehr als 90 Prozent der an diesem Tumortyp Erkrankten sterben innerhalb von zwei Jahren selbst bei bester schulmedizinischer Betreuung, sagten die Ärzte. Nach sechs Monaten in drei verschiedenen Kliniken und nach einer schweren Operation mit anschließender halbseitiger Lähmung, nach Bestrahlung und Chemotherapie wurde Michael Treffurth als Pflegefall nach Hause entlassen. Mit einem erneuten Wachstum des Tumors war jederzeit zu rechnen. Doch lehnte Michael Treffurth eine weitere Chemotherapie ab, da er seine verbleibende Lebenszeit wenigstens ohne ständige Übelkeit verbringen wollte.
Durch die Leiterin eines Pflegedienstes erfuhr Lucia Treffurth von dem bundesweit tätigen Verein «Menschen gegen Krebs» und dem Buch «Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe», das der Vereinsgründer Lothar Hirneise verfasst hat. In dem Buch ist die Heilkost von Dr. Johanna Budwig erwähnt. In der Folge stellte Lucia Treffurth von heute auf morgen die Ernährung der Familie um. Die Heilkost erwies sich als Form der Behandlung, die mit unerwarteten, aber erwünschten «Nebenwirkungen» überraschte. Nach einer langen Zeit der Appetitlosigkeit und Apathie infolge der Chemotherapien begann ihr Mann sich auf jede Mahlzeit zu freuen. Er gewann Kraft und erreichte wieder Normalgewicht. Beide fühlten sich wohler, ihre Zuversicht wuchs. Die laufende medizinische Überwachung ergab kein weiteres Tumorwachstum. Im Gegenteil: Schwellungen bauten sich ab, das Blutbild normalisierte sich.
Durch «Menschen gegen Krebs» fanden die Treffurths Ärzte und Therapeuten, die den Weg der Gesundung weiter voranbrachten. Es traten bis heute keine Metastasen oder Rückfälle auf. Die Lähmung geht langsam, aber spürbar zurück und die Hirnleistung normalisiert sich ebenfalls.
Rückblickend sagt Lucia Treffurth selbst, dass zur Heilung mehr nötig ist, als noch so gesunde Nahrung: «Heilung ist ein Prozess, der auf allen Ebenen, also körperlich, geistig und seelisch erfolgen muss.» Die Umstellung der Ernährung sei natürlich wegen der verbesserten Versorgung des Körpers ein sehr wichtiger Schritt gewesen. Genauso wichtig war die persönliche Bereitschaft des Ehepaares, aktiv und eigenverantwortlich am Heilungsprozess mitzuarbeiten. Und nachdem die akute Lebensgefahr gebannt war, erfolgte und erfolgt nach wie vor eine seelische Aufarbeitung des Krankheitsgeschehens und der Vorgeschichte.
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