Generelle Probleme 1

Nach drei Monaten Öl-Eiweiß-Kost hat sich der Tumor fast verdoppelt

Ende Januar 2017 sendet Ellya einen verzweifelten Hilferuf an die FlaxSeedOil2-Gruppe. Diese Nachricht und 3 darauf bezogene Antworten führe ich im Folgenden auf und konzentriere mich dabei unter Auslassungen einiger Textpassagen auf 2 wichtige, darin angesprochene Themen:

1. Was tun, wenn sich der erwartete Erfolg der alternativen Herangehensweise (in dem Fall: ÖEK) nicht einstellt, bzw. wenn die Entwicklung anders verläuft als erwartet?

2. Wie kann man mit der Situation umgehen, wenn einen alle umgebenden Menschen (Ärzte, Verwandte, Freunde) von dem „Blödsinn“ der alternativen Vorgehensweise abbringen wollen? Wie einen eigenen Weg finden?

Erwarten Sie bitte keine endgültigen Antworten auf diese Fragen, sondern Anregungen.

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Am 27. Jan. 2017 schreibt Ellya an die FlaxSeedOil2-Gruppe:

Nach drei Monaten Öl-Eiweiß-Kost hat sich der Tumor fast verdoppelt

Bitte irgendeinen Ratschlag. Anfang September [2016] begann ich mit der ÖEK wegen eines 4,5 cm großen Rektumkarzinoms.

Schon vorher hatte ich Zucker und Kohlenhydrate aus meiner Kost entfernt, bis auf die dunklen Kohlenhydrate, wie schwarzer Reis und lila Süßkartoffeln. Bevor ich mit Budwig anfing, von Juni bis September, nahm ich auch noch Graviolablättertee, von dem viele Leute sagen, er wirke wie eine natürliche Chemo, obwohl das nicht medizinisch bestätigt ist.

Als ich mit der Budwigkost im September anfing, hörte ich mit dem Graviolatee auf.

Mitte Dezember zeigte ein MRT eine Zunahme der Tumorgröße auf 7 cm. Ich war am Boden zerstört und habe mich bis heute nicht davon erholt.

Die Ärzte drängen auf eine OP, um das Rektum so schnell wie möglich zu entfernen. Ich habe das Gefühl, versagt zu haben. Vielleicht hatte ich nicht genug Gemüsesaft? Den Vorgaben der Öl-Eiweiß-Kost bin ich so gut es ging gefolgt (außer dem Sauerkrautsaft, den ich hier in Süd-Ost-Asien nicht bekomme).

HILFE. Ich möchte keinen Teil meines Körpers verlieren. Eine OP scheint nun unausweichlich, da Freunde und Familie das Ganze als einen gescheiterten Versuch mit „alternativen Behandlungsformen“ betrachten. Ich habe auf die ÖEK vertraut. Jetzt muss ich sagen „Ich hatte unrecht“. Ich bin ziemlich verwirrt und niedergeschlagen.

Bitte um Ratschläge.

 

So weit die ursprüngliche Nachricht an die Gruppe.

 

Sarah antwortet am 27.1. wie folgt:

Hallo,

ich bin wegen meines Dickdarmkrebses in die ÖEK eingestiegen. Mein Tumor hatte bereits eine Größe von 6-7 cm. Ich folgte Budwig ungefähr 3-4 Monate sehr sorgfältig (obwohl ich wenig Saft zu mir nahm) und habe auch noch einige andere Sachen gemacht, wie das Iodine Protocol [Sarah hatte vorher große Schilddrüsenprobleme], Entsäuerung und jede Menge Änderungen in meinem Lebensstil. Wie auch immer, als ich nach 3-4 Monaten wieder zu meinem Arzt ging, war der Tumor nicht geschrumpft, sondern schien ein wenig größer geworden zu sein (0,5 cm). Auf Grund der nachdrücklichen Forderung meines Mannes und anderer medizinischer Komplikationen (Anämie), bekam ich dann konventionelle Behandlung (Bestrahlung und OP). Jedoch trotz aller Vorhersagen, dass ich mit einem Tumor im Stadium 3 sicher eine Chemo brauchen würde, sagte mir der Chirurg nach der OP, dass im umgebenden Gewebe keine Krebszellen gefunden wurden und ich daher keine Chemo bräuchte.

Im Hinblick darauf, dass mir 3 Monate nicht lang genug erscheinen, um das Krebsgeschehen umzukehren (meine persönliche Ansicht) und Du vielleicht mit Budwig fortfahren möchtest, würde ich Dir raten, auch nach anderen, mit Budwig kompatiblen Behandlungsformen zu recherchieren und diese neben Änderungen im Lebensstil in Deine Vorgehensweise einzubauen. Hier musst Du halt vorsichtig sein, da man nicht alles mit allem vermischen kann. Ich schlag Dir vor, zu recherchieren, wie andere Betroffene erfolgreich vorgegangen sind.

Ich weiß nicht, wie Deine Prognose wäre, wenn Du beschließen würdest, auf dem konventionellen Weg weiter zu gehen und die OP machen zu lassen. Die alternativen Methoden erfordern Geld, Zeit und Engagement und sind häufig nicht mit den vorhandenen Möglichkeiten des persönlichen Lebens vereinbar. Ich betrachte die Sachen, die ich vor meiner OP gemacht habe nicht als nutzlos, denn es ersparte mir die Chemo, kurierte mich von ziemlich unangenehmen Symptomen meiner Schilddrüsenunterfunktion und es ist mir gelungen einen Großteil meines Rektums zu erhalten, welches noch immer funktioniert; zwar nicht so gut wie vorher, aber gut genug, um ein normales Leben zu führen. Aktuell fühle ich mich besser als vor der Krebserkrankung und das führe ich in erster Linie auf Budwig zurück.

Ich hoffe, dies' ist Dir alles nützlich. Ich habe versucht ehrlich zu sein und die Fakten so korrekt wie möglich wiederzugeben.

Ein Ratschlag:

Begebe Dich nicht mit Leuten in Diskussionen zum Thema: 'Alternative gegen konventionelle Medizin'. Das ist Energieverschwendung. Die meisten Menschen sind verantwortungslos und von Angst gesteuert. Und obwohl Du achtsam sein musst, was Du an Behandlungen 'zusammen mixt', geht es nicht darum, eine ganz bestimmte Methode zur Heilung zu nutzen, die Du dann behandelst, als seist Du einer Sekte beigetreten. Du trittst hier keiner politischen Partei bei, Du versuchst, gesund zu werden. Es sind die Resultate, die zählen. Und, ich habe nur sehr wenige Geschichten von Leuten auf einem alternativen Weg zur Heilung gelesen, für die dieser Weg ein Spaziergang im Park war. Da gibt es eigentlich immer Rückschläge und Enttäuschungen am Wegesrand. Meist ist es kein gerader Weg zur Genesung, sondern gleicht eher eine Forschungsreise! Außerdem denke ich, dass man emotionale Unterstützung benötigt. Das ist schwierig, denn es fühlen sich nicht viele Menschen verantwortlich für das Leben einer anderen Person. Vielleicht versuchst Du jemanden in Diener Nähe zu finden, der auf der gleichen Wellenlänge liegt.

Sarah

Auf diese Nachricht reagiert Dana am 27. Jan. wie folgt:

Liebe Sarah,

danke für Deine schön zusammen gefasste Nachricht. Jedes Wort davon ist so bedeutsam und ich denke, dass die meisten von uns, die schon länger hier sind, vielen Deiner Punkte zustimmen werden. Besonders bewegt mich Dein Absatz mit „Ein Ratschlag“. Es ist so wichtig, unsere eigene Entscheidung bzgl. unseres persönlichen Weges zu finden, basierend auf einer Menge guter Informationen. Ich möchte dem noch hinzufügen, wie bedeutsam es ist, einen Ort und Zeit zu finden, um völlig allein sein zu können, seinen Weg zu finden, völlig frei von Angst und unbeeinflusst. Man muss akzeptieren, dass es keine leichte Reise ist. Unter Ausnutzung des logischen Nachdenkens und dann auch der Gefühle, unserer tiefen Gefühle bezogen auf das, was das Beste für uns zu sein scheint. Die meisten von uns sind einem gut gemeinten Widerstand unserer Lieben begegnet, aber das hier ist eine Zeit, in der wir allein die Verantwortung übernehmen müssen um dann stark zu sein, das zu tun, was sich richtig anfühlt.

Ich denke es ist wichtig, sich an das zu erinnern, was Du geschrieben hast: „Und obwohl Du achtsam sein musst, was Du an Behandlungen 'zusammen mixt', geht es nicht darum, eine ganz bestimmte Methode zur Heilung zu nutzen, die Du dann behandelst, als seist Du einer Sekte beigetreten.“ Es gibt Zeiten, in denen dann andere Probleme auftauchen, denen auch begegnet werden muss und ja, füge hinzu, was hinzu gefügt werden muss, um die Situation zu korrigieren.

Freundlichste Grüße

Dana

Hierauf antwortet Sarah:

Liebe Dana,

danke für Deine freundlichen Worte. Normalerweise bekomme ich unangenehme Reaktionen, wenn ich solche Aussagen mache, aber mein Drang, Leute davon abzuhalten, alte Sachen mit ihrer Gesundheit zu veranstalten, ist stärker!

Bevor ich an Krebs erkrankte hatte ich eine üble Erkrankung der Schilddrüse und im Grunde musste ich diese selber in den Griff bekommen, da die meisten Ärzte nicht wissen, wie das zu behandeln ist. Ich hatte zwei Vorteile gegenüber Menschen, die einer Krebserkrankung mit alternativen Methoden begegnen wollen

(1) Ich war es gewohnt die Verantwortung für meine Gesundheit und die entsprechenden Recherchen selber zu übernehmen. Das ist ein großer Schritt und mehr als die Hälfte des Kampfes. Ich hatte außerdem realisiert, dass die Ärzte nicht Gott sind und dass die meisten Leute zu ängstlich sind, um das zu sehen und ihren eigenen Weg zu gehen.

(2) Der Satz über das Treffen von Entscheidungen, den Du geschrieben hast, war bereits eine meiner wichtigsten Übungen. Man muss gewappnet mit allen Fakten einen ruhigen Platz aufsuchen, über die ganze Sache emotionslos nachdenken und dann eine Entscheidung treffen. Ich traf meine Entscheidungen gewöhnlich, wenn ich das Haus für mich allein hatte und nachdem ich meine „Für“ und „Wider“ aufgeschrieben hatte. Auch machte ich einen Plan für den Fall, dass die Ergebnisse nicht so sein würden, wie geplant. Eine regelmäßige Beurteilung der Situation (ohne zwanghaft damit umzugehen) war Teil meiner Praktiken, auch unter den gleichen Bedingungen, allein im Haus, mit den neuesten Fakten bewaffnet. Es ist ein bisschen militärisch, aber es hat mich durchgebracht.

Ich war also bereits „warm gelaufen“. Aber mir ist klar, dass das sehr schwierig ist, wenn jemand bis zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose kaum gesundheitliche Probleme hatte, denn dann wird man von dem Medizinbetrieb hinweggefegt. Eine Menge wohlmeinender Verwandte und Freunde tun ihr Übriges in die gleiche Richtung. Damit ist nur sehr schwer umzugehen, wenn man unter dem Schock der Diagnose steht. Ich bin davon überzeugt, wenn die meisten Menschen an diesem Punkt eine oder zwei Wochen Auszeit hätten, würde sich die Sache für viele anders darstellen.

Beste Grüße

Sarah

© www.oel-eiweiss-kost.de 02/2017

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