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Die Öl-Eiweiß-Kost nach Dr. Johanna Budwig

Ein Kochbuch von Dr. Armin Grunewald

Das im März neu erschienene Kochbuch von Dr. Armin Grunewald hat doch zu so viel Verwirrung und Unsicherheit bei den Lesern dieser Homepage gestiftet, dass es mir nun doch dringend geboten scheint, dieses Buch an dieser Stelle einmal zu rezensieren.

Hervorgerufen wird diese Verwirrung durch die etwas unklare Beschreibung dieses Buches in seiner Bewerbung durch Autor und Verlag. Es geht leider nicht wirklich aus den Texten auf dem Buchumschlag oder dem Werbetext bei Amazon hervor, dass es sich bei diesem Buch um ein Kochbuch für eine gesunde Ernährung nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen von Dr. Budwig handelt. Es richtet sich also als Kochbuch in erster Linie an gesunde Menschen, die an einer gesunden Ernährung interessiert sind. Das ist eine grundsätzlich andere und viel eingeschränktere Sichtweise auf die Wirkungsmöglichkeiten dieses Kostsystems. Der ursprüngliche Ansatz Dr. Budwigs richtete sich als Waffe gegen die Krebserkrankung eines bereits erkrankten Organismus und ist weit mehr, als ein reines Ernährungskonzept.

Leider erwecken diese Texte den Anschein, als handele es sich um eine verbesserte und aktualisierte Neuauflage des Originalbuches von Dr. Budwig. Das ist aber nicht der Fall, denn das Originalbuch: Öl-Eiweiss-Kost von Dr. Budwig richtet sich - wie beim Studium des Buches unschwer zu erkennen ist - in erster Linie an die Kranken. Trotzdem ist es natürlich auch für Gesunde als Kochbuch und Rezeptsammlung gut zu nutzen.

Das hat zur Folge, dass in dem Buch von Dr. Budwig sehr genau darauf gesehen wird, welche Ernährungsbestandteile für die Krebskranken (primäre Zielgruppe des Originalbuches) unbedingt auf dem Speiseplan vorhanden sein müssen und welche anderen dort für die Kranken absolut nichts zu suchen haben. Natürlich kommt da als Ergebnis ein etwas anderer Inhalt zustande als in einem Kochbuch, welches sich an gesunde Menschen richtet, deren Organismus nicht gerade versucht, mit einer lebensbedrohenden Erkrankung fertig zu werden.

Was dieses inhaltliche Auseinanderdriften dieser beiden Bücher weiter befördert ist der Umstand, dass der Autor Dr. Grunewald die wissenschaftlichen Erkenntnisse bezüglich der Umkehrbarkeit des Krebsgeschehens durch die Zufuhr der hochungesättigten Fettsäuren anzweifelt und den Wert dieser Ernährung lediglich auf dem Gebiet der Prophylaxe (Vorbeugung) gegen diverse Zivilisationskrankheiten (incl. Krebs) sieht. Aus diesem Blickwinkel betrachtet ist das Buch durchaus sehr stimmig konzipiert und eine wirklich sinnvolle Veröffentlichung.
Verwirrung stiftend ist dabei lediglich, dass überall betont wird, dass es sich um den Neffen Dr. Budwigs handelt. Die Meisten ziehen aus dieser Tatsache den Schluss, dass doch da sicher bezogen auf das Zentrum von Dr. Budwigs wissenschaftlichem Interesse, nämlich der Lösung des Krebsproblems, eine inhaltliche Übereinstimmung zwischen Tante und Neffe bestünde.

Dass dem nicht so ist ist ja durchaus legitim und "kommt in den besten Familien" vor, wird aber leider nicht besonders transparent gemacht und man erfährt es erst, wenn man das Buch bereits gekauft hat. Dies' stellt für Menschen, die sich bereits etwas mit dem Thema: Dr. Budwig und die Öl-Eiweiß-Kost vertraut gemacht haben kein Problem dar, weil diese sehr schnell erkennen, dass die neu gegründeten Dr. Budwig GmbH nicht unbedingt die gleichen Ziele verfolgt, wie Dr. Budwig selber. Das zeigt sich sehr deutlich an den Reaktionen der 'alten Hasen'. So fragte beispielsweise Anfang des Jahres eine mit der Arbeit Dr. Budwigs vertraute Leserin per Email bei mir an, ob ich denn den Neffen Dr. Budwigs für "echt" hielte. Ich persönlich hätte es für passender gehalten, wenn man diesen Unterschied zum Beispiel gleich im Titel des Buches transparent gemacht hätte:"Die Öl-Eiweiß-Kost nach Dr. Grunewald". Das hätte die Andersartigkeit der Grunewald-Sichtweise etwas deutlich gemacht, ohne sie gegenüber der originalen Konzeption abzuwerten.

Diesen Unterschied hier einmal deutlich und klar ans Tageslicht zu holen erschien mir aus 2 Gründen sehr wichtig:

Bevor ich nun zu den positiven Aspekten dieses neuen Buches komme, noch eine kleine Information, welche eine zusätzlich entstandene Verwirrung beenden wird:

Das hier vorgestellte und bei Knauer als Taschenbuch erschienene Buch mit dem Titel: "Die Öl-Eiweiß-Kost nach Dr. Johanna Budwig" (19,95 €) ist inhaltlich mit dem Buch: "Essen als wahre Hilfe" (29,90 €), welches direkt über die Homepage der Dr. Budwig GmbH vertrieben wird mehr oder weniger identisch. Der höhere Preis rechtfertigt sich durch die aufwändigere Ausgabe, welche als Hardcover und in einem größeren Format daherkommt.

Ab hier wird es nun auch für mich als Rezensent wesentlich leichter, denn nun kann ich mich den Vorzügen dieses Kochbuches widmen.

Gehören Sie also bereits zu den Kennern der Grundgedanken hinter der ÖEK (für Kranke) oder suchen Sie ein "gesundes Geschenk" für Freunde und Bekannte, welche sich für gesunde Ernährung interessieren, so kann ich Ihnen nur raten: Schlagen Sie zu! Gerade als Geschenk für Gesunde ist dieses Buch sehr viel besser geeignet als das doch sehr schlicht daher kommende Originalkochbuch von Dr. Budwig.

Das Kochbuch kommt in einer absolut ansprechenden Erscheinung daher und ist schon von seiner äußeren Aufmachung nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch von handlichem Format (Knauer-Ausgabe) und mit küchentauglichem, wasserabweisendem Schutzumschlag versehen.

Dem eigentlichen Rezeptteil sind einige Informationen über Omega-3-Fettsäuren, über Dr. Budwig, einige generelle Regeln zur Nahrungszubereitung, Lebensmittelpflege und -auswahl vorangestellt.

Auch das Herzstück des Buches, der eigentliche Rezeptteil ist mit vielen Photos von fertigen Gerichten oder auch Rezeptzutaten sehr ansprechend gestaltet. Ein eindeutiges Plus gegenüber dem originalen Kochbuch von Dr. Budwig sind die im hier besprochenen Buch durchgehend vorhandenen Angaben zur Anzahl der Portionen eines Rezeptes. Dieser Schwachpunkt des alten Kochbuches hat schon viele Nutzer sehr irritiert und sollte dort bei einer Neuauflage wenn möglich korrigiert werden.

Kaum ein Rezept, welches nicht mit einem zusätzlichen Tipp versehen ist, der sich auf passende Beilagen, Abwandlungen des Rezeptes oder allgemeine Kochtipps bezieht.

Viele Rezepte sind dem alten Kochbuch entnommen und einige neue vermutlich vom Mitgestalter des Kochbuches, dem Koch Carsten Kindermann, hinzugefügt worden. Was dem Buch fehlt ist eine Inhaltsübersicht, mit deren Hilfe man schnell und gezielt z. B. von der Gemüseabteilung in die Dessertabteilung wechseln könnte, ohne per Durchblättern danach suchen zu müssen. An diesem Mangel litt allerdings auch schon das Originalbuch, bei dem dieses praktische Problem auf Grund seines größeren Umfangs und der fehlenden Photos - an denen man sich ja etwas orientieren kann - etwas stärker ins Gewicht fällt.

Zu guter Letzt noch einmal die kurze Warnung an Krebskranke: Nutzen Sie dieses Kochbuch nur zusätzlich zum originalen Kochbuch von Dr. Budwig und nachdem Sie sich auch mit den Hintergründen der Arbeit Dr. Budwigs über ihr Buch: "Krebs - das Problem und die Lösung" vertraut gemacht haben. Dann wird Ihnen auffallen, dass Nudeln, Eier, Fleisch und so einige andere Zutaten in der Krankenkost nach Dr. Budwig nichts zu suchen haben und die Kranken einen bestimmten Tagesplan peinlich genau einzuhalten haben. Wenn Sie diese Ratschläge beherzigen können, dann bleibt mir nur noch, Ihnen viel Spaß beim Kochen und einen guten Appetit zu wünschen.