Krebszellen mögen keine Himbeeren

Prof. Dr. med Richard Béliveau und Dr. med Denis Gingras, Kösel Verlag

In diesem Buch haben 2 Ärzte einmal den Versuch unternommen, den heutigen Wissensstand um die krebshemmenden Eigenschaften verschiedener Nahrungsmittel und Gewürze zusammenzutragen. Dabei ist Ihnen, wie ich finde, ein wirklich großer Wurf gelungen. Ich würde fast so weit gehen, dieses Buch allen Öl-Eiweiß-Köstlern als Sekundärliteratur wärmstens ans Herz zu legen.

Mir ist kein Buch bekannt, in dem auf Basis des schulmedizinischen Wissens und einer wissenschaftlichen Denkweise, der sehr direkte Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Krebserkrankung so gut herausgearbeitet wird. Den beiden Autoren gelingt dies sogar in einer für Laien verständlichen Sprache, welche durch zahlreiche Grafiken und Diagramme noch zusätzlich veranschaulicht wird. Natürlich haben Sie eine völlig andere Anschauung über die Krebsentstehung, als Dr. Budwig sie hatte, aber dieses Thema wird mehr der Vollständigkeit halber im ersten Teil des Buches abgehandelt.

Hauptthema dieses Buches sind die verschiedenen Nahrungsmittel und Nahrungsmittelgruppen, seien es Gemüse- und Obstsorten, Gewürze, Wein usw. und deren spezielle, inzwischen nachgewiesenen, krebshemmenden Eigenschaften. Die eigentliche Intention der beiden Autoren ist die, das Wissen über diese Eigenschaften und Inhaltsstoffe bestimmter Lebensmittel ihren Mitmenschen zum Zwecke der Vorbeugung vor Krebserkrankungen zur Verfügung zu stellen. Natürlich gehen auch sie nicht unbedingt davon aus, dass man über Ernährung Krebserkrankungen auch heilen könnte, aber das braucht einen Menschen der diese herkömmliche Überzeugung nicht unbedingt teilt nicht davon abzuhalten, dieses Wissen für seinen Weg zu nutzen.

Menschen, die mit der Öl-Eiweiß-Kost schon recht vertraut sind, werden in dem Buch natürlich viele Lebensmittelpflanzen wiederfinden, welche von Dr. Budwig in ihrem Kochbuch sehr häufig auftauchen und empfohlen werden. Dr. Budwig empfahl ihren Patienten zum Beispiel, Kohl nicht zu kochen, sondern besser roh zu verzehren. Dieses Buch erklärt Ihnen warum. Dr. Budwig empfahl ihren Patienten im Fruchtanteil des morgendlichen Müslis viele Beerenfrüchte zu verwenden. Dieses Buch sagt Ihnen warum.

Mit großem Interesse habe ich auch das Kapitel zum aktuell sehr kontrovers diskutierten Thema: Sojaprodukte bei Brust- und Prostatakrebs gelesen, von dem ich weiß, dass es viele von Brustkrebs betroffene Frauen stark interessiert.

Da die unterschiedlichen krebshemmenden Inhaltsstoffe der unterschiedlichen Lebensmittel auch in ihrer speziell positiven Auswirkung auf bestimmte Krebserkrankungen beschrieben werden, können diese Informationen von bereits von Krebs betroffenen Menschen durchaus sehr gezielt bei der Auswahl ihrer Lebensmittel genutzt werden. Das soll natürlich nicht heißen, dass ein Betroffener jetzt anfangen soll sich einseitig mit einer Bestimmten Kohlart (zum Beispiel) zu ernähren, doch es kann helfen, auch in der Vielfalt der gegessenen Pflanzen Prioritäten zu setzen.

Insgesamt ein wirklich empfehlenswertes Buch, welches auch in seiner Aufmachung, mit vielen schönen Photos, Zusammenfassungen am Ende der einzelnen Kapitel und anderen ansprechenden Details daherkommt. Einziger Kritikpunkt von meiner Seite ist vielleicht, dass die Autoren die Bedeutung von pestizidfrei angebauten Lebensmitteln etwas zu stark herunterspielen. Das mag im Bereich der Prophylaxe vielleicht zutreffen. Für bereits von der Erkrankung Betroffene, für die Entgiftung ein großes Thema sein muss, scheint mir diese Frage nicht so bedeutungslos zu sein, wie sie im Buch dargestellt wird. Andererseits gehe ich durchaus mit den Autoren konform, wenn sie sagen, dass es wesentlich besser ist, "täglich und reichlich "Standard"-Obst und -Gemüse zu verzehren, als nur gelegentlich biologisch angebaute Produkte."

Seit kurzem gibt es dieses wichtige Buch nun endlich auch als preiswerte Taschenbuchausgabe.

Krebszellen mögen keine Himbeeren

Krebszellen mögen keine Himbeeren

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