
Ein sehr informatives Buch über die Pflanze Stevia (Honigblatt), welche aus den Hochebenen Paraguays stammt. Allein das Blatt der Steviapflanze ist, je nach Anbaugebiet, etwa 10 - 30-mal so süß wie Zucker. Durch Extraktion der süßen Anteile kann eine bis zu 400-fache Süßkraft des gewöhnlichen, raffinierten Zuckers erreicht werden. Während auf dem europäischen Markt die Pflanze und deren Auszugsprodukte nicht als Lebensmittel beworben und als solche verkauft werden dürfen, hat Stevia den Japanischen Markt längst erobert und dort bereits einen Anteil von über 50% am Süßungsmittelmarkt erreicht. Da dort zahlreiche Studien die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Stevia belegt haben, ist es verständlich, dass die Pflanze und deren Auszugsprodukte dort seit 30 Jahren benutzt werden. Angesichts dieser Tatsache beschleicht einen bei der Überlegung, warum das in der EU noch nicht, und in den USA nur teilweise der Fall ist, der Verdacht, es könnte auch hier mal wieder um finanzielle Interessen großer Industriezweige gehen.
Stevia erscheint mir durchaus als ein Ersatz für Menschen, welche dem raffinierten Zucker - auch in dessen "Biovarianten" (brauner Zucker), welche nachweislich nicht weniger schädlich sind - aus gesundheitlichen Gründen aus dem Weg gehen möchten. Da auch Honig zu etwa 80% aus Zucker besteht, scheint mir der komplette Ersatz des raffinierten Zuckers, der ja in der Budwig-Kost aus gutem Grund zu den verbotenen Nahrungsmitteln zählt, durch Honig als etwas unsinnig. Wer also seinen allgemeinen Süßigkeitslevel schlecht auf kleine Portionen von Honig bzw. Fruchtsüße absenken kann, könnte also mit Stevia einen Weg aus diesem Dilemma finden.
Das Buch informiert sehr gut über die Pflanze, die man übrigens auch zu Hause selbst anbauen kann, ihre Herkunft, ihre Einsatzmöglichkeiten, ihre Funktion sogar als Heilmittel in der Ethnomedizin, die rechtliche Situation und Bezugsquellen. (vgl. auch Artikel über Stevia [engl.])
Informationsportal über Stevia im deutschsprachigen Netz mit umfangreichen Infos:
FreeStevia