Die Lebensstationen Dr. Johanna Budwigs

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Dr. Budwig war klar, dass diese Versuche zum Scheitern verurteilt waren, da der Organismus des Menschen zunächst in die Lage versetzt werden musste, diesen konzentrierten "Beschuss" durch Fotonen überhaupt zu absorbieren und im Gewebe weiterzuleiten. Voraussetzung dafür war das Vorhandensein einer ausreichenden Anzahl von funktionierenden pi-Elektronensystemen in Form von Lipoproteiden (Verbindung von 2-3-fach ungesättigten Fettsäuren mit schwefelhaltigen Aminosäuren) im Organismus. Diese Voraussetzung ließ sich durch die Umstellung der Ernährung auf die Öl-Eiweiß-Kost in relativ kurzer Zeit herstellen. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass Menschen, die ihre Ernährung umgestellt haben, mit großer Regelmäßigkeit berichten, dass sie auf einmal die Sonne wieder sehr gut vertragen, ja geradezu von einer erwachten Sehnsucht ihrer Haut nach direkter Sonnenbestrahlung berichten. Selbst Menschen, welche vorher die Sonne wie die Pest mieden, beginnen diese nun zu suchen und stellen fest, dass ihre Haut nun sehr viel länger dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sein kann, bevor sie in Form eines Sonnenbrandes negativ auf die Bestrahlung reagiert.

Aus dem Bereich des sichtbaren Lichtes wählte Johanna Budwig für die künstliche Bestrahlung ihrer Patienten einen im roten Frequenzbereich strahlenden Rubin-Laser. Um die Absorption der Elektronen aus diesem schmalen Frequenzband des Lichtes weiter zu verbessern und Verbrennungsschäden noch sicherer auszuschließen, entwickelte sie in dieser Zeit auch die bekannten ELDI-Öle. Dabei stellte sie eine Mischung unterschiedlicher Öle zusammen, welche sie anhand ihrer spezifischen Absorptionsbande auswählte. Eins dieser ELDI-Öle diente damals auch zum Auftragen auf die zu bestrahlenden Körperzonen, bevor sie dort den Laser zum Einsatz brachte.

Da dieses neue Behandlungsverfahren mit dem Laser in gewisser Weise einen Eingriff in den Organismus der Patienten darstellte und einer Art Behandlung gleichkam, legte Dr. Budwig zunächst die Heilpraktikerprüfung ab, um sich mit dieser Arbeit auch weiterhin auf dem Boden des Gesetzes zu bewegen. In der Folge wandte sie dieses Bestrahlungsverfahren recht erfolgreich bei schwerstkranken Krebspatienten an.

Trotz ihrer intensiven Arbeit mit Patienten, welche sich nicht nur aus Deutschland, sondern aus allen Teilen der Welt an sie wandten, verstand sie sich selber aber weiterhin eher als Forscherin und seit den 60er Jahren auch verstärkt als Erfinderin. So hatte sie unter anderem verschiedene natürliche Konservierungsverfahren und selbst eine Methode zur chlorfreien Säuberung von Schwimmbadwasser als Patent angemeldet. Diese Erfindungen wurden - vom Leinsaatprodukt LINOMEL und den ELDI-Ölen einmal abgesehen - nie in größerem Umfang von der Industrie in Form von Produkten oder Konservierungsmethoden angewendet.

Ein großer Traum von ihr wäre es sicher gewesen, wenn das von ihr entwickelte Verfahren zur Herstellung eines gesunden, aus Pflanzenölen hergestellten und zudem auch haltbaren Streichfettes von der Margarineindustrie übernommen worden wäre. Leider ist es dazu nie gekommen und der Kontakt zwischen Dr. Budwig und der Margarineindustrie in Form der Unilever bestand in jahrelangen Rechtsstreitigkeiten. Natürlich wollte man von Seiten der Industrie verhindern, dass eine einzelne Frau daherkommt und die Margarine öffentlich als gesundheitsschädlich und krebsfördernd anprangert. Es gelang der Unilever aber nie, diese streitbare Flaxlady - wie Dr. Budwig auf dem internationalen Parkett genannt wurde - zum Schweigen zu bringen. Budwig gewann alle Prozesse ohne große Mühe, da sie nicht einfach irgendwelche Behauptungen aufstellte, sondern alle ihre diesbezüglichen Aussagen wissenschaftlich untermauern konnte. Interessenten und Nutzer der ÖEK profitieren aber noch heute von der damals nicht realisierbaren Markteinführung, weil sich Dr. Budwig in Folge dieser Ereignisse dazu entschloss, das Wissen um den recht einfachen Herstellungsprozess eines solchen Streichfettes in ihren Büchern selber zu publizieren. Dadurch hat nun jeder die Möglichkeit, mit einfachsten Mitteln sich dieses Fett namens Oleolux zu Hause selber herzustellen.

Bis ins hohe Alter bleibt Dr. Johanna Budwig sehr rege, berät Patienten und hält auch noch hier und da Vorträge. Zum Verhängnis wird ihr dann im Jahr 2002 ein Sturz in ihrem Haushalt, bei dem sie sich den Oberschenkelhals bricht. Im Alter von 94 Jahren kann sie sich nun nicht mehr selbst versorgen und kommt in ein Pflegeheim, um dort wieder hochgepäppelt zu werden. In diesem Altenheim hatte man allerdings andere Vorstellungen über die Ernährung einer alten, pflegebedürftigen Dame als diese selbst, auch wenn sie der Welt gerade in punkto Ernährung den Weg in Richtung 'Gesundheit' gewiesen hatte.

In ihrem letzten Kampf, in dem es darum geht, selber vom Pflegepersonal gesund ernährt zu werden, unterliegt sie. Sie hält aber auch diesmal erbittert - oder besser verbittert - an den von ihr erkannten Zusammenhängen fest, indem sie zusehends die Nahrungsaufnahme verweigert. Am 19. Mai 2003 stirbt sie, ohne dass ihr direktes Umfeld auch nur zu ahnen scheint, welches Genie in diesem Moment von uns gegangen ist.

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Die Geschichte und Hintergründe der ÖL-Eiweiß-Kost

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